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*Medikamenten-Monopoly / Franz Stadler

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Franz Stadler – Medikamenten-Monopoly

Die unheilvolle Welt der Arzneimittelgeschäfte

Am 25. August 2020 erschienen, 224 Seiten, ISBN 978-3-86774-659-5

Seit 30 Jahren erlebt der Apotheker und promovierte Pharmazeut Franz Stadler alle Tricks und Betrügereien der Arzneimittelindustrie. Als Experte und Insider packt er jetzt aus und seziert messerscharf diese Geschäfte, ihre Player und die Geldflüsse dahinter. Heraus kommt ein komplexes System, das in erster Linie nicht mehr der allgemein zugänglichen Gesundheitsvorsorge und Arzneimittelversorgung dient, sondern dem eigenen Profit der Industrie. Sein Credo: In der Corona-Pandemie haben sich viele Mängel drastisch gezeigt: zu wenig medizinische Ausrüstung, zu wenig Arzneimittelforschung. Das darf sich nicht wiederholen.

„Medikamenten-Monopoly" ist ein brisantes Buch, das in der Analyse zwar Angst und Kopfschütteln auslöst, aber mit zahlreichen Vorschlägen den Weg in die richtige Richtung zeigt: Eine Pharmazie zum Wohle aller Menschen. Ansonsten drohen Klassengesellschaft und ungezügelte Profitgier. Sowie ein riesiges Sicherheitsrisiko, wenn Arzneimittel weiterhin billig in China und anderen Schwellenländern hergestellt werden.

3 Fragen an den Autor

Herr Stadler, Sie warnen, dass künftig nicht mehr jeder Kranke in Deutschland die besten Arzneimittel bekommen könnte. Warum?

Es gibt zurzeit zwei Entwicklungstendenzen: Bei den generischen Arzneimitteln, also den wirkstoffidentischen Nachahmerpräparaten, führt der Preisdruck von Seiten der Krankenkassen zu immer mehr Lieferengpässen und Qualitätsmängeln, weil die Wirkstoffproduktion aus Kostengründen überwiegend in Asien stattfindet. Gleichzeitig steigen die Preise bei patentgeschützten innovativen Arzneimitteln so enorm, dass sie unser Krankenkassensystem finanziell zu sprengen drohen.

Welche Beispiele für die Profitgier der Pharmabranche gibt es?

Viele. Breiter bekannt sein dürfte der Fall eines Medikaments, das gegen eine tödliche Muskelerkrankung bei Babys eingesetzt werden muss. Dieses Medikament wird in den USA für mehr als zwei Millionen US-Dollar pro Spritze verkauft wird. Der Hersteller hat sich als Auftakt zur Markteinführung sogar zu einer weltweiten Vorabverlosung von 100 Medikamentenpackungen hinreißen lassen. Oft „begnügt“ sich die Industrie aber auch damit, Packungsgrößen einfach so zu wählen, dass bei der patientenindividuellen Herstellung von Krebsinfusionen tausende Euro in der Entsorgung landen als sogenannter „unvermeidlicher Verwurf“.

Sie haben fast 30 Jahre als selbstständiger Apotheker gearbeitet. Warum jetzt das Buch?

Mein halbes Berufsleben lang beschäftige ich mich mit den Themen Arzneimittel- und Versorgungssicherheit. In der Fachpresse habe ich dazu schon in vielen Artikeln und Beiträgen kritisch Stellung bezogen. Mit dem Schritt in eine breitere Öffentlichkeit möchte ich die überfällige Diskussion befeuern, um so den Veränderungsdruck hoffentlich zu erhöhen.


Über den Autor

Franz Stadler ist Apotheker, promovierter Pharmazeut und betreibt ein Zytostatikalabor in der Nähe von München. Er gilt als kompetenter und engagierter Kritiker der eigenen Zunft.